Gemeinsam für eine moderne Hochwasserfrühwarnung
Ziel des interkommunalen Projekts ist es, hydrologische und meteorologische Messdaten, KI-gestützte Prognosen und einen Digitalen Zwilling zu einem leistungsfähigen Gesamtsystem zusammenzuführen. Damit sollen Hochwasser- und Starkregenereignisse früher erkannt, Trockenheitsrisiken bewertet und Kommunen, Feuerwehren und Katastrophenschutz mit belastbaren Informationen für ihre Entscheidungen unterstützt werden. Das Projekt umfasst 28 Kommunen aus vier Landkreisen.
Der Beitrag von SEBA: Die verlässliche Datengrundlage
SEBA verantwortet innerhalb der Bietergemeinschaft die hydrologische Messtechnik, den Aufbau des Messnetzes und den laufenden technischen Betrieb der Messstationen. Mehr als 150 intelligente Messstationen erfassen Wasserstände, Niederschläge und Bodenfeuchte und stellen damit eine wesentliche Datengrundlage für die nachgelagerte Analyse, Prognose und Visualisierung bereit.
Die SEBA-Messstationen arbeiten autark und sind für einen zuverlässigen Langzeitbetrieb ausgelegt. Messwerte werden lokal gespeichert und automatisiert an die nachgelagerten Systeme übertragen. Ereignisabhängige Mess- und Übertragungsstrategien ermöglichen es, bei kritischen hydrologischen Entwicklungen die zeitliche Auflösung der bereitgestellten Daten automatisch zu erhöhen.
Auch nach dem Aufbau des Messnetzes bleibt SEBA verantwortlich: Der laufende Betrieb, die Wartung und die technische Betreuung der Messstationen sowie das Störungsmanagement bilden einen wesentlichen Bestandteil unseres Leistungsumfangs. Damit stellen wir sicher, dass die für Prognose und Frühwarnung erforderliche messtechnische Infrastruktur dauerhaft zuverlässig zur Verfügung steht.
Messtechnik, KI und Digitaler Zwilling greifen ineinander
Die von den Messstationen gewonnenen Informationen werden innerhalb des Gesamtsystems mit weiteren Datenquellen zusammengeführt. Okeanos nutzt die Daten für die KI-gestützte Analyse und Prognose. RIWA bereitet die Informationen im Digitalen Zwilling räumlich auf und visualisiert sie für die unterschiedlichen Anwender. Aus einer Vielzahl einzelner Messwerte entsteht so ein verständliches Lagebild, das die Verantwortlichen bei der Bewertung von Gefahrenlagen und der Einleitung geeigneter Maßnahmen unterstützt. Die offizielle Projektbeschreibung nennt als Ziel Vorwarnzeiten von bis zu einer Stunde bei Starkregen und bis zu 24 Stunden bei Hochwasser.
Offizieller Projektauftakt in Dasing
Am 12. August 2026 wurde in Dasing im Beisein von Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring, Vertretern der beteiligten Landkreise und Kommunen, der ARGE Solidarischer Hochwasserschutz sowie der Projektpartner die weitere Förderung des Projekts offiziell übergeben. Das Bayerische Staatsministerium für Digitales unterstützt den weiteren Ausbau mit 1.584.335 Euro; gemeinsam mit einer bereits zuvor bewilligten Förderung fließen damit rund zwei Millionen Euro in den Aufbau des digitalen Schutzsystems.



